Hand aufs Herz.
Wenn du dich schon mal gefragt hast: „Isst mein Kind eigentlich genug?“
Willkommen im Club. Eintritt frei, Sorgen inklusive 😅
Gerade bei BLW fühlt es sich oft so an, als würde das eigene Kind mehr spielen als essen. Ein bisschen Brot wird gelutscht, die Banane landet am Boden, der Brokkoli wird untersucht wie ein archäologischer Fund und du sitzt da und denkst:
Davon kann doch niemand satt werden. Oder?!
Lass uns das mal gemeinsam entwirren. Ohne Panik. Ohne Druck. Und ohne Excel Tabellen.
Erstmal das Wichtigste: Weniger essen heißt nicht zu wenig essen
Kinder essen nicht linear. Punkt.
Es gibt Tage, da futtern sie gefühlt mehr als du und Tage, da leben sie scheinbar von Luft, Liebe und drei Rosinen.
Das ist normal. Wirklich.
Was viele vergessen:
Kinder regulieren ihr Essen über mehrere Tage, nicht über einzelne Mahlzeiten. Ein schlechter Esstag heißt nicht, dass dein Kind unterversorgt ist.
Und nein, dein Kind muss nicht bei jeder Mahlzeit alles probieren oder aufessen, damit es „passt“.
Diese Zeichen sprechen dafür, dass du entspannen darfst
Wenn dein Kind:
-
grundsätzlich Interesse am Essen zeigt
-
wächst und zunimmt
-
fit, neugierig und altersgerecht aktiv ist
-
regelmäßig nasse Windeln hat
-
an manchen Tagen gut isst und an anderen kaum
dann darfst du innerlich einen Haken setzen ✔️
Auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt.
Wann du genauer hinschauen solltest
Es gibt ein paar Situationen, da ist es sinnvoll, nicht einfach abzuwarten:
-
dein Kind wirkt dauerhaft schlapp oder teilnahmslos
-
es lehnt über längere Zeit fast alle Lebensmittel ab
-
es nimmt kaum oder gar nicht zu
-
Essen ist fast immer mit Stress, Weinen oder starkem Würgen verbunden
-
dein Bauchgefühl sagt dir: Irgendwas passt nicht
Dann gilt: Hinschauen ja. Panik nein.
Sprich mit eurer Kinderärztin oder einer fachkundigen BLW Beratung, um Ursachen in Ruhe abzuklären.
Typische Gründe, warum Kinder wenig essen
Ganz oft liegt es nicht am Kind, sondern an den Umständen:
-
Entwicklungsschübe oder Zahnen
-
Müdigkeit oder Reizüberflutung
-
zu große Portionen
-
zu viele Snacks zwischendurch
-
Druck, Erwartungen oder unbewusstes „Jetzt iss doch mal“
Essen ist Beziehung. Und Beziehung funktioniert nicht unter Zwang.
6 alltagstaugliche Tipps, die wirklich helfen
1. Vertraue dem Rhythmus deines Kindes
Nicht jede Mahlzeit ist gleich wichtig. Manche Tage sind Frühstückstage, an anderen wird abends mehr gegessen.
2. Kleine Portionen wirken Wunder
Ein kleiner Happen wirkt machbarer als ein voller Teller. Nachnehmen geht immer.
3. Iss gemeinsam mit deinem Kind
Kinder lernen durch Nachahmen. Wenn du selbst mitisst, ist das oft die beste Einladung.
4. Keine Ablenkung beim Essen
Kein Spielzeug, kein Handy, kein ständiges Ablenken mit Liedern oder Videos. Essen darf Fokus haben.
5. Druck rausnehmen
Kommentiere nicht, wie viel oder wie wenig gegessen wird. Neutralität schafft Sicherheit.
6. Langfristig denken
Frag dich nicht: Was hat mein Kind heute gegessen?
Frag dich: Wie sieht es über eine Woche aus?
Und jetzt mal ganz ehrlich
Du machst das gut.
Dass du dir diese Frage stellst, zeigt nicht Unsicherheit, sondern Verantwortung.
BLW heißt nicht, dass dein Kind perfekt isst.
BLW heißt, dass dein Kind lernen darf, auf seinen Körper zu hören und du lernst, ihm dabei zu vertrauen.
Und ja, das ist manchmal schwer.
Aber genau da wächst ihr beide rein 💛







